Arbeitseinsätze der medizinischen Teams

An ruandischen Distriktkrankenhäusern gibt es in der Regel keine Fachabteilungen, sondern die Stationen sind gegliedert nach Frauen, Kindern und Männern.
Seit 2004 haben wir begonnen auch Fachärzte nach Ruli zu bringen und für die Räumlichkeiten und Ausstattung mit medizinischen Geräten, Instrumenten und Hilfsmitteln zu sorgen.

Dr. Alfred Jahn, früherer Chefarzt der Kinderchirurgie am Krankenhaus in Landshut, operiert dreimal die Woche in Ruli. Seine Patienten kommen oft von weit her und können hier Hilfe bekommen, wenn sie zum Beispiel an einem Wasserkopf leiden oder Missbildungen haben.

Die Zahnabteilung wird seit 2005 weiter entwickelt. Damals wurden Zähne noch gezogen, wenn sie Karies hatten. Mittlerweile haben wir zwei Behandlungsräume mit Behandlungseinheiten und zwei Dentisten. Löcher in den Zähnen können gefüllt werden, sogar Wurzelbehandlungen und Prothetik sind im Werden. Die deutschen Ärzte haben hier viel Aufbauarbeit geleistet und kommen noch in unregelmäßigen Abständen nach Ruli und beschaffen benötigte Materialien.

Die Planung der Augen- und Optikabteilung begann in 2005. Mit Unterstützung des ruandischen Optikers M. Minani aus Kigali konnten wir die ersten „Optiker“ und „Optometristen“ für Ruli ausbilden. Zweimal im Jahr kommt ein Team aus deutschen Augenärzten, OP Schwestern und Optikern, um auch operativ zu helfen, wenn zum Beispiel eine graue Star Operation nötig wird. Die Augenabteilung ist ganzjährig geöffnet. Die ruandischen Mitarbeiter diagnostizieren Krankheiten, verschreiben Medikamente, planen eine OP, machen Sehteste und fertigen neue Brillen an.

Eine HNO Abteilung folgte in 2008. Auch hier gibt es zweimal im Jahr einen Ärzteeinsatz mit OP Schwestern. Während des Arbeitseinsatzes wird großen Wert auf die Fortbildung von ruandischen Ärztekollegen gelegt. Bereits der zweite Mediziner aus Ruli konnte weiter gebildet werden zum HNO Spezialisten. So kann auch hier eine ganzjährige HNO Sprechstunde angeboten werden und kleinere Operationen kann Dr. Judson schon selbst machen. Auch Studenten von der Uniklinik in Butare hospitieren immer wieder bei den deutschen Ärzten.

Ein Projekt für kardiologische Telemedizin wurde 2015 begonnen. Ein Ultraschallgerät wurde zu Diagnostikzwecken angeschafft und Ärzte in Ruli ausgebildet. Die Daten können dann nach Kigali ins Krankenhaus oder nach Deutschland zu unserem Partner Dr. Höltermann geschickt werden zur Befundung.

Die Fachabteilungen haben einen steten Bedarf an Verbesserung der medizinischen Technik und Versorgung von Materialien, dem wir nach Kräften nachkommen.
Bisher haben 52 Ärzte, OP Schwestern und Optiker an den Arbeitseinsätzen teilgenommen und ehrenamtlich für Ruli gearbeitet.
Ihnen und auch unseren Spendern herzlichen Dank !!

MURAKOZE CYANE!