Menschen für Menschen – Arbeiten

Seit 15 Jahren sind Augenoptiker von Delker-Optik am und für das Krankenhaus Ruli an der Basis in Ruanda aktiv

Wenn Fabrice Dukuzumuremyi erfährt, dass ein Team aus Augenärzten und Augenoptikern unterwegs nach Ruli/Ruanda ist, vereinbart er umgehend einen Untersuchungstermin in der Augenambulanz des Krankenhauses Ruli. Das kleine Dorf Ruli liegt rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kigali. Vor mittlerweile 30 Jahren gründete der Unternehmer Helmut Schmitt aus Kaiserslautern den Verein Krankenhaus Ruanda e.V. zum Bau und der finanziellen Unterstützung des Krankenhauses in Ruli. In den nachfolgenden Jahren gelang der Aufbau mit weiteren Abteilungen. Vor 15 Jahren kamen Schmitt und Delker-Optik und das Universitätsklinikum Mannheim in Kontakt und begannen mit dem Aufbau der Augen- und Optikabteilung. Seit dieser Zeit gehört Fabrice zum festen Patienten- und Kundenstamm. Er ist mit einer so starken Kurzsichtigkeit auf die Welt gekommen, dass er keine Schule besuchen konnte. Erst mit einer Brille konnte ihm geholfen und der Schulbesuch ermöglicht werden. Sämtliche Schularten hat er mit Bestnoten abgeschlossen und sich als bester Schüler in seinem Distrikt in den naturwissenschaftlichen Fächern hervorgetan.

 

  

Ein Übersetzer (rechts) hilft Augenoptikermeister Martin Schilling die
Sprachbarrieren bei der Augenglasbestimmung zu überwinden.

 

Fabrice, mittlerweile 19 Jahre alt, lebt seinen Traum und absolviert eine medizinische Ausbildung in Kigali „um seinem Land und der armen Bevölkerung helfen zu können“, verrät er. Denn zuverlässig berichtet er seiner Patin, die ihn über den Verein Krankenhaus Ruanda e.V, seit 2018 umbenannt, finanziell unterstützt, über seinen Werdegang. Die Partnerschaftsorganisation und Delker-Optik haben während ihrer 15 jährigen Zusammenarbeit 60 Einsätze am Krankenhaus Ruli organisiert, haben dafür einen Pool aus Augenoptikern auch aus der eigenen Firmengruppe, aus Augenärzten und OP-Schwestern gebildet, die regelmäßig und ehrenamtlich nach Ruli reisen und vor Ort in der Augen- und Optikabteilung arbeiten. 8000 Patienten wurden mittlerweile behandelt, Sehtests und Refraktionen wurden durchgeführt, 1400 Brillen angefertigt und 680 Operationen am Auge angeordnet. Der letzte Einsatz fand Anfang November statt und die Zeit wurde auch genutzt, um sich mit den ruandischen Mitarbeitern in der Augen- und Optikwerkstatt auszutauschen und Fachkenntnisse zu vertiefen. Denn in der Zeit,  wenn kein Team aus Deutschland anwesend ist, geht die Arbeit in der Augenabteilung weiter. Dafür wurde sukzessiv Equipment installiert, damit die Augenglasbestimmung durchgeführt und Brillen angefertigt werden können. Zwar müssen die Menschen, die nicht unmittelbar in Ruli wohnen, weite Wege für ihre medizinische Versorgung gehen. Sie kommen aus ihren Hütten und Häusern auf den Hügeln rund um das Krankenhaus. Viele leben dort noch ohne direkte Strom- und Wasserversorgung. Aber dank der immer besseren medizinischen Versorgung am Krankenhaus Ruli erhöht sich für viele Menschen die Chance, durch verbessertes Sehen am Leben teilzunehmen und Zugang zu Bildung und persönlicher Weiterentwicklung zu erhalten.

Text und Bild Marika Gutschik-Schilling

 

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